17. türchen – magie

Heute mal was magisches. Keine Zauberei oder so, eher magische Momente, besondere Gefühle und einfache als auch machtvolle Möglichkeiten, die eigene Stimmung zu beeinflussen. Vielleicht doch irgendwie Zauberei, jedenfalls fühlt es sich so an, auch wenn es wissenschaftlich oder wenigstens psychologisch begründbar ist ;-). So Po, jetzt 20 Minuten Magie und eine Aufzählung netter und im besten Falle stimmungshebender Alltagshandlungen

Vor ein paar Tagen kam ich mit einer Freundin auf das Thema und es lässt mich nicht ganz los. Wir entdeckten das magische in kleinen Handlungen und auf einmal war sie überall, die Magie. Fehlt nur noch das auf einmal ein Einhorn im Garten steht. Doch ihr wisst bestimmt noch gar nicht, worum es eigentlich geht. Uns fiel auf, wie krass es eigentlich ist, dass die momentane Stimmung und Befindlichkeit sich stets als etwas absolutes präsentiert, was da so übermächtig über uns herrscht, tatsächlich aber beinahe mit einem Fingerschnippen durch etwas neues, sich genauso absolut anfühlendes ersetzt werden kann. Wer da genau den Finger schnippt, das ist egal. Aber kennt ihr das nicht, dass alles ganz furchtbar und hoffnungslos ist oder unbändige Wut einen erfüllt? Einen Snack später ist dann alles wieder gut. Das ganze nennt sich dann Hunger-schlechte-Laune. Oder man ist einfach mies drauf und ein netter Schnack mit dem Fischverkäufer sorgt dafür, dass man auf einmal fröhlich beschwingt weiter zieht. Es gibt so viele Dinge, die spontan unsere Laune beeinflussen. Und wenn man es mal von oben betrachtet, sieht es doch verdächtig nach Zauberei aus. Ein schönes Glas Wein (Tee geht auch!), mit einem Freund getrunken, wird dann zum Zaubertrank für ausgelassene Stimmung. Ein leidenschaftlich vorgebrachtes Kompliment oder eine aus vollster Überzeugung hervorgebrachte Zukunftsprognose (z.B. “du schaffst das!”) zum Zauberspruch. Oder eine liebevolle Umarmung erfüllt einen mit Energie. Doch auch ohne das Eingreifen anderer, haben wir die Macht unsere Stimmung zu beeinflussen. Wenn man nur weiß wie. Dann ist es eine Super-Power und wir werden zu Superhelden, die unsere eigene Stimmungs-Welt oder die anderer verändern können. Immer wieder. Ein Bekannter von mir meint, dass alte Kinderlieder ebenso alte Zaubersprüche sind, die wir heute noch benutzen würden ohne uns darüber klar zu sein, ich finde das einen ganz witzigen Gedanken. Denn Worte, dass wissen wir, haben eine sehr große Macht. Ein einziges Wort kann zuweilen sehr gutes oder auch sehr schlechtes bewirken. Hoffnung geben oder tief verletzen zum Beispiel. Das ist dann zwar keine Zauberei, aber es ist doch wie Zauberei. Mächtig und magisch.

Daneben glaube ich fest daran, dass es einfach eine schöne Sache ist, die Magie in den Dingen zu entdecken und sie zu bewundern, die dicke Hummel, die einfach physikalische Gesetzte missachtend durch die Gegend fliegt oder den betörenden Duft einer wilden Rose. Oder die unerklärliche Anziehungskraft, die uns wenn wir frisch verliebt sind Verstand und Atem raubt und das auch noch mit 150 Jahren. Oder der Zauber eines Momentes. Ooooh Zauber des Momentes mag ich ja besonders gern, bin ich ganz großer Fan von.

Die folgende Aufzählung ist eine Sammlung von Handlungen, die eine positive Wirkung auf uns haben können. Wiedermal überhaupt nichts neues, ständig stehen irgendwo Tipps für gute Laune oder gegen Stress oder Winterdepression, immer untermauert von den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Neulich habe ich gelesen, dass Forscher herausgefunden haben das der Kontakt mit einem Baum sich direkt auf das Stresszentrum im Gehirn oder so auswirkt. Die bringen einen wohl voll runter! Alternativ sei auch das Betrachten eines Baumes und sogar das Anschauen eines Bildes schon messbar positiv stimulierend. Erwiesen wird ja dauernd alles Mögliche. Das brauchen wir, fühlt sich so Rational an mit der ganzen Wissenschaft. Ich persönlich brauche das nicht so sehr, nachdem ich barfuß über eine vom morgentau feuchte Wiese gegangen bin fühle ich mich ruhig und beschwingt. Ebenso nach einem Waldspaziergang oder einer ganz dollen langen liebevollen Umarmung. Da brauch ich keine Wissenschaft für, die mir das bestätigt. Es ist zwar sehr interessant, warum und wie das alles funktioniert, aber das es funktioniert, das merke ich schon selber.

Hier also eine Sammlung altbekannter Tipps für Zauberei im Alltag, äh, ich meine wissenschaftlich anerkannter Techniken zur Hebung der Laune

  1. Frische Luft, Bäume und Tiere: Wenn man raus geht, ist das schon alles da. In der Stadt ist die Luft zwar nicht so frisch, es gibt nur wenig Bäume und die Tiere sind eigentlich nur Hunde und Tauben, aber egal. Man nimmt ja was man kriegen kann. Ein bisschen gehen und dabei atmen, und wenn man nur zum Bäcker geht.
  2. Sonne: Die alte Kanallje, ballert selbst im Winter die Glückshormone durch die gegend, wenn man sie denn mal erwischt. Also, wenn ihr sie in diesen dunklen Tagen irgendwo hinter einer Wolke hervorlugen seht – Augen zu und Nase reinhalten.
  3. Singen: soll ja die gleiche Wirkung wie Sex haben, genau wie Schokolade. Macht voll Spaß und hebt garantiert die Laune, am Besten riiichtig laut aus voller Kehle. Geht super beim Autofahren. Oder etwas leiser auch beim Einkaufen oder sonstwo. Mache ich ja automatisch, wenn ich gut drauf bin. Neulich hat mich beim Einkaufen eine Oma verstört angeschaut und dann hab ich erst gemerkt, dass ich singe (“wo ist nur die Butter, die Butter, die Butter, ich brauche ganz viel Butter, denn Butter ist so tooooooll” zur Melodie von “Warum bin ich so fröhlich”).
  4. Zeit mit einem Kind verbringen: dazu ist es uuuunbedingt notwendig auf die Ebene des Kindes hochzuklettern, raus aus diesem eingeschränkten Erwachsenenkosmos. Und dann wird mal ordentlich gespielert, auf alles geschissen (kann man später aufräumen und saubermachen) und wilde Abenteuer erlebt.
  5. Lesen: lesen halt… immer gut! Es gab mal einen Artikel in der Flow darüber, dass Lesen die ganz besondere Macht hat uns innerhalb von Sekunden in fremde Welten zu entführen und uns sofort alles um uns vergessen lässt. Welch mächtige Kraft diesen Büchern innewohnt…
  6. Auspowern: Joggen, Schwimmen, Möbel durch die Gegend tragen, einen Sandsack verprügeln, einen Berg besteigen… alleine oder mit Hilfe eines Anfeuerers. ich persönlich bin total glücklich wenn ich nach dem Training auf allen Vieren nach Hause krabbele und meine Beine nicht mehr spüre, dafür aber die Handknöchel die langsam anschwellen. Dabei hilft mir mein Trainer, der mich im Befehlston anstachelt “Schneller, weiter machen, da geht noch was”. Ich finde ihn dabei zwar auch oft doof und er versteht nicht, dass ich wirklich nicht mehr kann, aber dann hat er ja doch recht. Das ist nichts für zartbesaitete und anschreien lasse ich mich sonst auch von niemandem. In diesem Falle ergebe ich mich jedoch gerne respektvoll und demütig in mein Schicksal. Viele Joggen lieber, das finde ich ja langweilig. Aber jeder kann etwas finden, was ihn auspowert. Passiert übrigens auch automatisch beim wilden Spielen mit Kindern.
  7. Kuscheln: Kuscheln ist natürlich das Beste! Auch erwiesen, Körperkontakt ist gut für Menschen und so. Dabei soll es für unterkuschelte auch helfen sich einzucremen. Auch dafür kann man übrigens zu Kindern greifen. Diese kleinen Händchen, wenn sie sich um den Hals legen und diese zauberhaften Geschöpfe sich an einen schmiegen. Man muss dann bloß aufpassen, dass man den Impuls sie mit Haut und Haar zu fressen unterdrücken.
  8. Etwas erledigen: eine meiner Lieblingsstrategien, wenn ich richtig mies drauf bin. Mein Motto dann: wenn eh alles kacke ist und ich zu nichts Lust habe, dann kann ich ja auch was erledigen, dass macht es auch nicht schlimmer. Und die Zeit wenn man dann wieder gute Laune hat kann man dafür für schöne Dinge nutzen – man hat ja auch nicht mehr so viel zu tun. Klappt übrigens super und oft innerhalb von 5 Minuten.
  9. Sozialkontakte: Kontakt zu lieben Menschen macht die Welt gleich viel schöner. Und wenn man nur die Stimme hört…
  10. Schreiben, Zeichnen, Musizieren… Ausdrucksmöglichkeiten finden, das ballert auch richtig! Danach ist man gerne ruhig und bei sich. Ich stelle immer wieder fest, dass es mir echt gut tut zu schreiben. Danach habe ich meine Gedanken sortiert und bin ganz leer und ruhig oder beschwingt und tatkräftig. Mein Tip: einfach mal 10-20 Minuten drauf lossschreiben. Da könnte man auch einen Adventskalender draus machen ;-).
  11. Leiblicher Genuss: bewusst etwas köstliches genießen… und wenn es ein getoastetes Brot mit Butter und Salz ist – yuuuuummie!
  12. Eskalieren: Ich bin ja großer Fan von der zur Zeit ja gerne benutzten Formulierung “jemand eskaliert”. Ist ja eher etwas negatives, aber als durchaus ironisch anmutende Bezeichnung für Handlungen, die auf andere vielleicht eskalierend wirken doch tatsächlich einfach nur positive wahrgenommene Ausbrüche und Handlungen bezeichnen einfach nur wunderbar und treffend. Hach ja, eskaliert doch mal! Bei der Arbeit auf einen Tisch hüpfen und singen, wild schreiend mit einem Kind durch die Fußgängerzone laufen, nackt in einen kalten See springen… oder Flitzen. Flitzen hat doch echt was! Ich hab das noch nie gemacht und traue mich vielleicht auch nicht, aber… ich denke das sollte man vielleicht echt mal gemacht haben. Und wenn es nur Nachts an einem abgelegenen Ort ist. Ist aber doch eher für Fortgeschrittene. Erstmal reicht es auch etwas ganz kleines!
  13. Eine Entscheidung treffen: Eine ausstehende Entscheidung ist etwas zuweilen sehr quälendes. Eine getroffene Entscheidung kann dagegen etwas befreiendes euphorisierendes sein.
  14. Ausbrechen: Man muss ja nicht gleich ein Jahr unbezahlten Urlaub nehmen oder aufs Land ziehen, es reicht auch völlig einfach nicht zu der blöden Weihnachtsfeier, auf die man echt keine Lust hat, zu gehen oder die Küche, in der augenscheinlich eine Bombe explodiert ist so zu lassen wie sie ist um sich einen schönen Tag in der Sauna zu machen. Ausbrechen ist eine sehr mächtige und sehr nachhaltige und langanhaltende Zauberei!
  15. Ironisch cholerische Ausbrüche: Das macht unglaublichen Spaß! Hab ich ganz persönlich entwickelt! Sich einfach mal richtig uffregen, brüllen und pauschalisieren, bewerten und beleidigen, feststellen und auf den Punkt bringen. Ironie dabei auf keinen Fall vergessen, soll ja Spaß machen. Zuschauer sind notwendig, aber keine Zartbesaiteten! Die sind so empfindlich und fangen dann schnell an zu heulen, weil sie das komischerweise aggressiv finden. Man könnte denken es sei nicht für jeden was, aber besonders stille und zurückhaltende Leute, die viel in sich reinfressen profitieren davon! Und es verhindert die große fiese Explosion, die beim Reinfressen und Verdrängen ja immer irgendwann folgt.
  16. Abhotten: zu Hause, bei einer Party, auf einem Konzert, in der Fußgängerzone… Ganzkörperworkout und gute Laune Garant.
  17. und natürlich: Barfuß laufen 🙂

 

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