allem anfang wohnt ein zauber inne … der kommt bestimmt noch

Nachdem ich die letzten Wochen extrem adrenalinlastig und arbeitsreich verliefen und ich wie eine blöde versucht habe alles irgendwie fertig zu bekommen – den Bus, das Gepäck, die Finanzen, den Blog (es heißt wohl eigentlich “das Blog”) die Wohnung… –  war dann natürlich gefühlt gar nichts fertig außer ich mit der Welt. Am letzten Tag vor Abreise wollte ich dann noch schnell alles fertig machen, war dann aber so fertig, dass gar nichts mehr lief außer wild durch die Wohnung rennen und alles mögliche völlig willkürlich in irgendwelche Tüten packen und mich völlig überfordert fühlen. Dann ist mir wieder eingefallen das mein Licht nicht funktioniert, Sicherungen überprüft, neue Lampen organisiert (danke Thommy 🙂 ), Lampen auswechseln – nix Licht. Harrrrrr, per Google rausgefunden das es eventuell am Lichtschalter liegt, dann war es dunkel. Yay, super-produktiver Tag, ich war kurz vorm Totalkollaps und hab mich dann zum Dachs vor den Fernseher gekuschelt – scheiss doch drauf.

Tag der Abfahrt: voll verpennt, alles in den Bus stopfen, Abschiedsbesucher (da hab ich mich sehr gefreut), KaffeeKaffeeKaffee trinken und los gehts … wohin eigentlich? Ach ja, erstmal Lichtgeschichte klären … ja es ist der Lichtschalten, toll der kostet 70 Euro, super muss erst bestellt werden … ach egal, Lichtschalter kann man überall bestellen, ich muss doch los. Wohin eigentlich? Hab da doch mal was von Schöllkrippen gehört, also da hin, hatte echt keinen Nerv mir irgendwelche Gedanken zu machen, hauptsache erstmal weg: Landvergnügen aufschlagen, Schöllkrippen suchen, Navi einstellen – wie jetze das ist in Bayern? Ist Bayern nicht voll weit weg? Anscheinend nicht … also los.

In Schöllkrippen angekommen habe ich dann das ganze Chaos vor den Bus verlagert und erstmal sortiert bis es dunkel wurde. Die Challenge: Bring 1000 Sachen in einem total vollgestopften Bus unter. Hach ja, Sortieren geht ja über Studieren, habe also alles nach Kategorien sortiert und nach und nach untergebracht und sogar 3 Tüten aussortiert. Dann kam der Dachs und wir haben uns ein schönes Wochenende im Regen gemacht und noch ein letztes mal die Dekadenz gelebt, auf die ich jetzt einige Zeit verzichten muss. Also das Essen in Bayern kann sich sehen lassen! Jetzt ist der Dachs wieder an der Arbeit und meine Reise geht richtig los.

Der Abschied war traurig, bis zum nächsten Besuch werden ein paar Wochen vergehen – oje. Es gab dann aber noch ein sehr schönes Erlebnis, denn ein älterer Herr hüpfte freudestrahlend auf uns zu und warnte mich das ich bald “den dicksten Ring am Finger” haben werde. Dann kam er nochmal vorbei um dem Dachs Blumen zu bringen, die er mir schenken kann. Kurz darauf, wir saßen schon in unseren Autos, kam er nochmal angeflitzt um uns Kleeblätter zu überreichen, als Gegenleistung musste ich ihm versprechen das wir noch 150 Jahre glücklich zusammen sind. Ganz gerührt fuhr ich wieder auf den Hof.

Den Rest des Tages war ich allein. Ankommen in meinem freien Jahr, Aufräumen, Essen, Rumsitzen und nicht wissen wohin mit mir. Ich raff das immernochnicht, wo ich bin und was vor mir liegt, durch den ganzen Vorereitungsstress hatte ich auch gar keinen Raum für irgendwelche antizipatorischen Überlegungen. Irgendwie seltsam, obwohl es die ganze Zeit um die Reise ging habe ich mich irgendwie nie damit auseinandergesetzt was das alles wirklich bedeutet… vielleicht kann man das sowieso nicht. Ich glaub das ist öfter so, große Veränderungen kann man sowieso nicht erfassen: ein Entschluss, ein Datum, eine Zeit des Wartens und Vorbereitens, dann geht alles ganz schnell, dann ist man Mittendrin. Wupp. Ich bin froh das ich meinen Entschluss nicht überprüfen muss, ich habe die Gewissheit das ich genau das richtige tue (@nele: das meinte ich mit der Verweigerung sich von Kommata die Betonung diktieren zu lassen). Ich bin dankbar, dass ich diese Entscheidung getroffen habe und das ich die Möglichkeit dazu hatte. Was das alles bedeutet … ich sitze hier und habe überhaupt keine Ahnung was morgen passiert und wie es weiter geht und überhaupt wie alles wird und was ich eigentlich nochmal genau tue. Na das werd ich dann ja wohl demnächst herausbekommen.

hihi, awesome

One thought on “allem anfang wohnt ein zauber inne … der kommt bestimmt noch

  1. Babe, jaa, henau das richtige!!!
    Mit Freude lese ich deine zeilen.. du schreibschaaf.. bis schnell.. liebe aus dem fernen Osten

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