auf zu neuen abenteuern

So, blöde fiese Krankheitsphase überlebt und fast wieder gesund. Zum Glück hat mich meine Zweitheimat-Ersatzfamilie aufgenommen. Dort lag ich monatelang (zumindest gefühlt) zusammen mit Netflix im Bett und habe Tag für Tag darauf gewartet, dass ich wieder gesund werde und endlich weiterfahren kann. Jetzt dröhnt mir der Kopf und ich will nie wieder fernsehen! Während ich da so lag hatte ich das Gefühl richtig zu sehen, wie mir die wertvolle Zeit von meinem freien Jahr durch die Finger rinnt und ich nichts dagegen tun kann.

Grau und kalt – und ich konnte gar nicht da hin fahren wo es schöner ist. Totale Freiheitseinschränkung. Gefängnis. Dazu kommt noch die Knuddel-Isolation! Als mehr tot als lebendig umherkreuchende fiese Bakterien-Viren-Todeskeim-Schleuder meidet man natürlich den Körperkontakt zu mir – “Bleib mir bloß vom Leib!” und “Du glaubst ja wohl nicht, dass ich dich jetzt drücke, dass kannste vergessen!” brüllten mir diverse Leute entgegen. “Ich will euch gar nicht drücken ihr Blödis – schreit mich nicht an”. Ich fühle mich als wäre ich mit der subkutanen Todesschwadron infiziert (unendlich grausame, hoch ansteckende und zwangsläufig zum Tode führende Super-Krankheit, die einst in Zamonien (Erinnerung: Zamonienromane von Walter Moers lesen!) entwickelt wurde).

Doch ich kann mich nicht beschweren und werde liebevoll betüddelt. Maul und Poritz, die Kinder, äh Jugendlichen des Hauses umsorgen mich. Neben einer Teeflatrate und regelmäßigen Krankenbesuchen bin ich sogar in den Genuss von Moris legendären Pancakes gekommen. Mit Thommy habe ich mir einen Trolljäger Marathon geliefert und mit Nina, die auch als mobiler Vitamin-Einkaufs-Service fungierte, Tee vor dem Ofen getrunken. Zwischendurch kommt mein Wolfsmädchen vorbei und stürzt sich todesmütig in eine lange und liebevolle Umarmung. Dann füttert sie mich mit Pommes.

Zwischendurch haben Mori und ich einen Abend sturmfrei. Mit eiserner Führung verbiete ich natürlich sämtliche mediale Zeitverschwendung und der arme Junge verbringt seinen Abend mit Hausarbeit und Bildungslektüre. Als gute Nanny halte ich Thommy über die Aufgaben, die Mori unter meiner strengen Aufsicht absolviert natürlich auf dem Laufenden. Empörender Weise unterstellt er uns gestellte Aufnahmen – da fehlen einem die Worte!

Als ich mich wieder etwas bewegen kann verbringe ich noch einen herrlich akkuaufladenden Tag mit meinem liebevollen Schweinchen und trinke einen Kaffee mit Annamatz, um dann endlich meiner neuen alten Heimat erfolgreich den Rücken zuzukehren.

Alles kribbelt als ich endlich Appa besteige. So lange musste der arme auf mich warten. Der Motor springt direkt an und ich bekomme die gewohnte Adrenalinausschüttung, flüssiges Glück wird durch meine Adern gepumpt, „yip yip“ – Appa fliegt los, der Sonne, äh, dem Mond entgegen. Gen Norden. Auf zu neuen Abenteuern!

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