challenge accepted

So Po

Über drei Monate ist es jetzt her, dass ich einen Artikel veröffentlicht habe. Da gibt es eeeeeeiniges Aufzuholen und zu erzählen! So viel, dass ich gar nicht genau weiß, ob es in der kurzen Zeit die mir noch bleibt überhaupt zu schaffen ist – jedenfalls wenn ich die letzten Wochen nicht ausschließlich mit Fotos sortieren und Blogartikel schreiben verbringen möchte. Was ich die ganze Zeit über getrieben habe, wird sich in den nächsten Wochen – zur Not auch Monaten – schrittweise und natürlich rückdatiert (da bin ich Autist) hier nachlesen lassen.

Die lange Schreibpause hat aus einer kleinen ToDo-Liste einen stetig wachsenden Felsbrocken, den ich immer mühsamer hinter mir herziehe werden lassen. Da stellt sich langsam die berechtigte Frage, inwiefern sich dies lustige kleine Begleitprojekt zur Dokumentation meines entschleunigenden Ausfluges in die Freiheit am End zu einer Mammutaufgabe, dessen Stressfaktor so überhaupt nicht in das ganze Konzept passt, entwickelt.

An sich ist das eine rhetorische Frage, denn ich kenne die Antwort seit langem:

JA!

Ja, denn es ist gut und richtig und wichtig zu schreiben!

und

NEIN!

Nein, denn es darf natürlich niemalsnicht sein, genussvolles Erleben meiner wundervolle Reise

von irgendeinem Aufgaben-Stress-Krempel beeinflussen oder gar überschatten zu lassen!

P.S.:

Na klar geht das beides!

Tatsächlich ist die Aufgabe, beides miteinander zu vereinbaren…

dömdömmdömmdöööööööömm…

wait for it…

DIE ÜBER ALLES ENTSCHEIDENDE CHALLENGE !!!

 

Dazu ein paar erklärende Worte…

Den Blog schreibe ich nicht nur für andere, sondern auch für mich. So, und mir ist es sehr wichtig, den Ablauf, die Erlebnisse, Eindrücke und Erfahrungen, die Begegnungen und Erkenntnisse, die wilden Gefühle… einfach alles zu Dokumentieren, um diese Reise für immer festhalten zu können. Allzu schnell senkt sich der Mantel des Vergessens über unsere Erlebnisse. Vieles verschwimmt zunehmend, während die Zeit an uns vorbei rast, alles wird immer weiter komprimiert, Erinnerungen verändern sich, verschwinden… wir vergessen.

Und hey, klar ist es völlig unrelevant und vielleicht kaum von Interesse für den Leser, wenn ich einen drei Monate rückdatierten Artikel veröffentliche, in dem ich beschreibe wie ich bei bitterer Kälte mit Wärmflasche auf dem Schoß in Decken gewickelt nachts Gottweißwo vorm Bus sitze und die Fledermäuse betrachte, die durch die sternenklare Nacht flattern, während der Schnee das Licht des Vollmondes zu reflektieren scheint. Für mich ist es jedoch die Erinnerung an das Gefühl inneren Friedens, daran als stiller Beobachter das wundervolle zu genießen… unabhängig und frei…

Hach, das wär doch ein ganz schönes Ende für diesen Eintrag, doch dudeldudeldei, es ist ja noch nicht vorbei. Meine Konzentration aber langsam doch, schon gleite ich hinab, ins schöpferische Loch. Schnell fertig machen den Krimskrams hier, es wartet schon ein kühles Bier! Habt ihr nicht auch schon langsam genug, von meinem manifesten Gedankenanflug?

Es ist nun hoffentlich halbwegs dargelegt, was mir das Festhalten des Erlebten bedeutet. Kommen wir zum Stressmonster. Das ist blöd, das wissen wir alle. Es kommt heraus wenn Aufgaben sich zu Bergen türmen, während dafür vorgesehene Zeiteinheiten schrumpfen. Doch nur weil dies eine völlig normale menschliche Reaktion ist, muss man das ja nicht als unausweichlich annehmen.

Ich bin zwar neben vielen anderen Gründen zu dieser Reise aufgebrochen, um aus dem plöden Hamsterrad, in dem ich mir – vom Stressmonster angefeuert – die Seele aus dem Leib gestrampelt hab, auszubrechen, dennoch ist ja klar, dass man nicht immer fern jeglicher Aufgabenflut lustig über die Wiese hüpfen kann. Leider. Nicht mal in einem freien Jahr. Leider. Leider!

Das Geheimnis eines gechillte(re)n Lebens kann es also nicht sein, sich niemalsnie durch unübersichtliche, fordernde und/oder riesenhaft scheinende Aufgabenberge kämpfen zu müssen. Es besteht wohl eher darin, die Berglandschaft als gediegener Wanderer, gleichmütig einen Schritt vor den anderen setzend, zu bewältigen. Sich dabei nicht stressen zu lassen, sondern Ruhe in sich zu tragen.

Theoretisch ist das ja super einfach, praktisch eine der wohl größten Herausforderungen im Leben. Und wie gesagt, challenge accepted! Ja dat is ne große Nummer, bringt aber nix drumrum zu schlawenzeln, volle kraft voraus, auf in den Kaaaaampf! Ich wills wissen, hab ich jetzt was gelernt in dem Jahr respektive das bereits vorher gelernte umsetzen können? Hat sich was getan? Oder war das jetzt nicht mehr als son dummer kleiner Urlaub, voll schöööhööööön aber zurück im super-lame Leben geht aalles genau wie vorher weiter und man freut sich dann halt auf den nächsten Jahresurlaub, da kann man ja auch mal wieder barfuß Laufen, meditieren und versuchen Plastik zu vermeiden. Baaah. Grausame Vorstellung. Da wär ich echt angepisst! Möge sich der Höllenboden auftun und mich verschlingen, wenn mir das passiert!!!

Aber gut, schauen wir der Wahrheit ins Gesicht, ich check mal meine skills, auf los gehts los.

Nicht mit mir, sagt sich das Schaaf und stellt sich nun wacker mit seinem kleinen Schwert (das in Wahrheit wohl eher ein größerer Dolch ist 😉 ) der Übermacht unbeschriebener Abenteuer entgegen.

-ende-

P.S.:

Den ersten Kampf nehme ich direkt auf, wollte heute bei Morgengrauen meditieren (fett verschlafen), meine Reiseroute seit März komplett nachvollziehen (nach 3 Stunden war ich bei Anfang April), 100 alte Artikel fertigstellen (ööööh, hab mit Jo telefoniert, war in der Aller schwimmen und hab Kaffee in der Sonne getrunken) uuuuuund einen Artikel über das wunderschöne Plätzchen auf dem ich mich befinde und wie ich schon so toll und ach.. schreiben (haha), nachdeeeeem ich KUUUURZ drei Sätze über „ach übrigens und ich bin dann mal wieder da und mach mich jetzt mal dran ans Schreiben an diesem wundervollen Ort, ach ja und hier schon einmal ein Foto…“ und dabei ist DAS HIER bei rausgekommen.

Hach ja. Jetzt is gleich 21Uhr.

Morgen früh weckt mich Jannis per Telefonservice, da muss ich früh ins Bett.

Zeit für ein Feierabend-Radler.

Ja also eigentlich hab ich doch voll viel geschafft.

Und einen schönen Tag in der Sonne gehabt.

Vorhin war ich ehrlich gesagt schon ein bissi gestresst…so viel zu tun. Aber dann nicht mehr. Bin dann lieber Baden gegangen. Alter ich war Schwiiiiiiimmen direkt vorm Bus. Na gut, vielleicht eher plantschen…

Ein Artikel ist mehr als keiner. Und ich bin bei einem ganz wichtigen Punkt gelandet, nämlich, wollnich sachma! Lose Gedankenfäden zu fester Erkenntnis verwoben.

Fühl mich gut. Ja. Nicht gestresst. Ich hol das alles nach, Schritt für Schritt. Es dauert halt so lange wie es dauert. Is horkay. Wie Anna immer sagt (das hat sie vom Momo Straßenkehrer):

Immer bis zur nächsten Laterne,

das is ja sonst viel zu viel.

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