ein erfolgreicher freier tag

Ich sitze gemütlich mit einem Tee am Tisch in „meinem“ Zimmer und habe soeben mein Tagewerk nach Plan vollendet. Es hat sich alles noch etwas hingezogen, so eine Honiggeschichte muss man ja auch wieder aus den Haaren bekommen… dann war es auf einmal schon sehr spät, doch statt gestresst zu sein habe ich mich ruhig zum Meditieren hingesetzt, das hätte ich in meinem „alten Leben“ niemalsnie hinbekommen. Danach war es schon nach 17 Uhr, bald dunkel, schon wieder bleibe ich ruhig statt einen ööööh-sonmist-der-Tag-ist-ja-schon-wieder-vorbei-nix-geschafft-alles-scheisse-Abraster zu bekommen.

Auf zum Einkaufen! Ich beschließe die Schuhe erst auf dem Rückweg auszuziehen, da fällt der Freak-Faktor im Supermarkt weg. Gemütlich ziehe ich los, der Weg durch den Wald ist schön, ich genieße ihn. Beim Einkaufen beweise ich mich als Super-Schnäppchen-Jägerin und bleibe schließlich hypnotisiert vor dem Weinregal stehen – hmmmmmmm Wein – mein Kryptonit! Ich habe schon seit Tagen diese wahnhafte wiederkehrende Phantasie von einem köstlichen Gläschen Rotwein, spüre bisweilen den Geschmack auf meiner Zunge – oje, bin ich Alkoholikerin? Neee, dann würde der Weißwein nicht schlecht werden während ich von einem Rotwein träume…

Zurück zum Weinregal, warum ich so schwach werde ist der Preis, ich habe es mir schon lange abgeschminkt in der Schweiz Wein zu kaufen, der kostet zwischen 15 und 20 Tacken, nach oben natürlich keine Grenzen, aber da steht ein 5 Franken Wein! Mir ist klar, dass es höchstwahrscheinlich billiger Fusel ist…aber…aber…meine Kopfsteuerung muss schreiend mit ansehen wie mein Körper die Kontrolle übernimmt und sich die Flasche greift. Eine moralische Kosten-Deckungs-Analyse inklusive Lösungsstrategie ist schnell gemacht: das Geld was ich auf dem Konto habe ist für den Tempel, wenn ich Wein davon kaufe klaue ich dem Tempel also Geld, außer ich bezahle den Wein von meinem Dispo, hahaaa das ist eine wunderbare Idee, da haben alle was davon.

Beschwingt ziehe ich meine Schuhe aus, belade mich mit Einkaufstüten und mache mich an den Rückweg.

Mit einem beklopptes Grinsen im Gesicht spüre ich wie meine Füße über die nasse Straße und durch Pfützen laufen, patschpatsch, höhöhö. Am Wald angekommen wird es langsam dunkel, ich spüre wie meine Füße durch Matsch und Schnee, über moosbewachsene Steine, weichen Waldboden und Baumwurzeln tapsen – ist das Leben nicht schön?

Als ich ankomme hat Deborah grad das Essen fertig, eine tolle Frau! Mittlerweile köchelt das Hühnchen im Topf, die Artikel sind veröffentlicht, mein Tagewerk ist vollbracht.

Und ich hab mir ja wohl wirklich ein Gläschen Wein verdient :-).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.