einfach machen

Zehn Tage ist es her, dass ich meine Füße mal wieder an die frische Luft gelassen und den Beschluss gefasst habe, dies in Form täglicher Praxis in meinen Alltag zu integrieren.

Ja, es war ein Beschluss, kein Vorsatz, denn Vorsätze sind glaube ich eher Wünsche an sich selber, von denen man hofft, dass man sie in Zukunft etablieren möge. Beschlüsse sind vielleicht feststehender, nicht zu diskutieren… so bin ich jedenfalls damit umgegangen. Und das war etwas besonderes für mich.

Normalerweise bin ich eher ein Freund vieler und großer Vorsätze, die stehen dann da so lustig auf irgendwelchen Todo-Listen, während die Tage an mir vorbei rauschen. Ich denke immer mal wieder daran, „ach, ich wollte doch“, „jetzt muss ich aber wirklich mal damit anfangen“, „ööh, jetzt ist es ja schon wieder dunkel“, „morgen gehts aber wirklich los“… Dann fühle ich mich oft schlecht, nicht nur weil ich irgendwelche selbst gewählten Ziele nicht erfüllt habe, sondern auch weil ich es nicht schaffe Dinge, von denen ich überzeugt bin, dass sie mir gut tun und damit mich oder mein Leben auf irgendeine Art und Weise positiv beeinflussen würden, zu etablieren.

Das ist doch auch traurig.

Wie wenn man hungrig vor einem dampfenden Teller Suppe steht und die Energie nicht aufbringen kann sich einen Löffel zu holen. Oder auf dem Weg zum Löffel vergisst das da so eine leckere Suppe steht oder das man überhaupt Hunger hat… den Fokus verliert.

Völlig unerwartet konnte ich beobachten, wie ich beim ersten Gedanken ans Barfuß gehen einfach die Socken ausgezogen habe und rausgegangen bin. Ohne zu überlegen, ob ich Lust habe. Ohne abzuwägen, ob dieser vermaledeite „richtige Zeitpunkt dafür“ möglicherweise in der Vergangenheit oder Zukunft liegt. Und auch ohne zu überlegen, ob ich gerade Lust darauf habe, ob mir kalt ist, ob es unangenehm wird… ich hab es einfach gemacht. Auch auf dem Weg – ich bin einfach gegangen, habe mir irgendwie keine Gedanken darüber gemacht, ob es mir gerade gefällt oder unangenehm ist, oder, oder, oder. Nö, nix denken, nur machen.

Und dann?

Dann ist der Weg das Ziel, dann gehe ich langsam und ruhig, dann bin ich darauf fokussiert den nächsten Schritt zu machen, dann denke ich… kaum.

Und dann… dann sehe und spüre ich manches, Steine, gefrorenes Gras, Matsch… und manchmal auch (die) Dinge, wie sie sind.

Danach fühle ich mich wohl und warm und ruhig… glücklich.

Immer häufiger passiert es auch, dass ich noch nicht genug habe. Dann gehe ich noch eine Runde ums Haus, schaue nach den Hühnern, betrachte die Berge, den kargen aber mächtigen Baum, finde die ersten Frühlingsboten…

Ich bin nicht stolz, darauf besonders hart oder tapfer oder strebsam zu sein. Wie könnte ich auch? Ich tue ja bloß was ich tue. Aber ich bin froh. Weil ich tue was ich tue. Das ist schön.

Also, los!

Tu es einfach!

Socken ausziehen!

Raus gehen!

Nein, nicht morgen!

Jetzt!

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