lebensstil

Eine sehr beliebte Kategorie in Blogs ist der “Lifestyle”, da beschreibt man glaube ich auf welche Art und Weise man sein Leben führt … oder? Vielleicht auch eher wie man gestyled ist während man lebt? Oder geht das ineinander über? Was kommt dann zuerst? Überlegt man sich eher welchen Klamottenstil man cool findet und schaut dann welchen Lifestyle die entsprechende Subkultur so lebt? Oder umgekehrt? Ich meine, wenn man auf Anzüge steht kauft man kein Bio und studiert BWL oder Jura, der passende Lifestyle wäre dann assozial-egoman oder so. Wer dagegen gerne Barfuß läuft und Tierquälerei nicht okay findet muss Indienhosen tragen und sich vegan ernähren – nachhaltiger Lifestyle. Ein intensives Interesse an Computern erfordert dagegen einen blassen Taint und fettige Haare, Pizzataxi als Ernährungskonzept und außerdem sollte man sich auch menschenscheu geben. Ach ja und ne Hornbrille – Nerd-style. Aber Vorsicht, da viele Theaterwissenschaftler auch gerne Hornbrillen tragen und der Nerd-Style generell von den Hipstern adaptiert wurde – die haben allerdings gewaschene Haare unter den stundenlang zurechtgezuppelten Mützchen die am Hinterkopf über den Oldschool-Turnbeuteln baumeln. Sie finden das alles “eeecht miiiies” läuft, sind aber zu genervt von allem und zu beschäftigt mit ihrem Look um sich zu engagieren. Man kann sie ganz leicht von Pragmaten unterscheiden, die eine Mütze tragen weil die Haare fettig sind oder es kalt ist und den Turnbeutel weil er praktisch ist und sie ihn noch zu Hause rumfliegen haben – denn Pragmaten sehen nicht aus wie bei einem Fotoshooting. Wenn der Hipster allerdings morgens nach durchgefeierter Nacht durch die Fußgängerzone wackelt kann man ihn teilweise nur schwer von den Alternativen abgrenzen, die gehen grad nach Hause oder auf die nächste Demo während die Hipster auf dem Weg zum Brunch in irgendeinen Gentrifizierungs-Szene-Laden sind. Von alldem bekommt die Gattung der Schicksen zum Beispiel kaum was mit, die gehen zwar auch Brunchen, allerdings erst später weil sie so lange damit beschäftigt sind die passenden Schuhe zum Gürtel und der Handtasche auszusuchen. Wenn sie dann beim Brunch angekommen sind machen sie sich über die Hipster und die Alternativen lustig. Was ihre Lebensgestaltung angeht müssen sie sich entscheiden ob sie ihre Zukunft wahlweise mit einem Anzugträger oder einem Skater/Surfer verbringen möchten. Schicksen haben außerdem Angst vor freien Radikalen, dabei sind die grad beim Fußball oder in irgendeiner Chefetage.

Den Schubladen sind also keine Grenzen gesetzt. Kann man das denn jetzt so verstehen das die Kategorie Lifestyle dazu dient, sich bewusst in eine Schublade einzuordnen, damit die anderen das nicht mehr machen müssen? Oder kann man sich da auch von Schubladen abgrenzen? Hmm … das wäre dann ja eigentlich kein fester Style mehr … nee das is nich okay.

3 thoughts on “lebensstil

  1. Empfehlung zur Vertiefung:
    Moebius, Stephan/ Schroer Markus (2010): Diven, Hacker, Spekulanten – Sozialfiguren der Gegenwart.
    😀

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