wenn freunde sich vermehren

Etwas ganz besonders schönes an meiner Reise ist die Möglichkeit, gute Freunde zu Besuchen.

Da sich die Menschen, die uns nahestehen nach der Schule und später nach der Studienzeit oder Ausbildung rasch in alle Winde verstreuen und der Arbeitsalltag mehr oder weniger die Kontrolle über unser Leben gewinnt, wird es zunehmend schwieriger einen engen Kontakt zueinander aufrecht zu erhalten. Das war schon immer einer der Punkte, die mich an diesem “Erwachsenenleben” angekotzt haben. Ich war und bin der Meinung, dass die Menschen die wir lieben das wichtigste im Leben sind. Da ist es doch absurd wenn eben diese Personen auf dem Abstellgleis landen, während man sich wie blöd im Hamsterrad abstrampelt und alten Zeiten hinterhertrauert. Bei meinen engsten Freunden hat es zwar doch ganz gut geklappt den Kontakt zu halten und auch in stressigen Phasen füreinander da zu sein, ich war aber nie ganz zufrieden und wäre gerne mehr da gewesen, hätte gerne mehr mitbekommen und mich viel öfter gemeldet.

Dann haben alle angefangen Kinder zu bekommen und es kam noch dazu, dass ich es nicht geschafft habe meine Rolle als Tante in dem Maße wahrzunehmen, wie ich es gerne getan hätte. Die Folge war ein wachsendes schlechtes Gewissen als ständiger Begleiter.

Immer wenn ich es dann doch geschafft habe mal ein Wochenende aus dem Wohnung putzen-Arbeit vorbereiten-Teufeslkreis auszubrechen und meine Liebsten zu Besuchen (oder von ihnen besucht zu werden) habe ich gemerkt wie schön das ist. Mal ehrlich, gibt es denn etwas besseres als gute Freunde? Nähe, Vertrauen, Verständnis und ganz viel Spaß, Ausgelassenheit und Euphorie. Durchquatschte Nächte, wilde Besäufnisse, darauf folgende Katertage, lange Geschichten, Sofa-Tage, Koch-Arien, Wellness-Wochenenden, philosophische Diskussionen, lachen bis der Bauch weh tut… leuchtende strahlende Tage sind das. Da wird jeder Augenblick zum Fest. Und auch wenn die größten Dramen passieren, dann kann man sich doch noch glücklich schätzen nicht alleine zu sein (dazu möchte ich demnächst nochmal mehr schreiben). So schön es miteinander ist, so traurig kann dann auch der Abschied sein, vor allem wenn das, was man miteinander hat im Alltag fehlt.

So, aber da bin ich mal wieder etwas abgeschweift (ich finde übrigens es sollte abgeschwiffen heißen).

Jedenfalls haben ja jetzt alle Kinder, das bedeutet weniger Sauf-/Kater- und Chilltage, mehr Spielen, Kuscheln, Windeln wechseln und Alltagsbegleitung. Da wird alles anders, bleibt aber etwas wunderschönes. Man besucht halt nicht mehr nur die Freunde, sondern auch deren Kinder. Das bedeutet natürlich nicht das man keine Zweisamkeit mehr hat, es gibt ja noch die Schlafzeiten :-).

Kinder von Freunden sind jedenfalls etwas unglaublich tolles, ich meine das ist doch der Wahnsinn, dass sich die Lieblingsmenschen die man so hat vermehren, neue Mini-Lieblingsmenschen entstehen dann und man liebt sie ganz automatisch so sehr wie die Mama oder den Papa. Wenn ich das erste mal so ein neues Lieblingsmenschenablegerwürmchen auf dem Arm habe muss ich mir gewöhnlich die Tränen verkneifen vor lauter bezaubert sein. Die mit ihrem Kindchenschema, buhuuuuu – jaaaaa ich will mit dir Spielen, auf dich aufpassen und dich beschützen und das du glücklich wirst und ich schaffe es bestimmt auch irgendwie dich nicht mit Haut und Haaren aufzufressen und ja, ich weiss das ich dich nicht einfach mitnehmen kann und unterdrücke tapfer den Drang dich in meinen Bus zu schmeissen und mit dir durchzubrennen.

Und dann werden die süßen kleinen Babys immer älter und sind dann irgendwann gar keine Babys mehr sondern Kinder und man kann immer mehr mit ihnen anstellen und jedes mal, wenn man sie sieht gibts was neues und irgendwann können sie deinen Namen sagen (Oh-mein-Gott da dreht Tante Mihi dann nochmal richtig durch) und kurz darauf sind sie Pubertät und dann machen sie schon den Führerschein! Echt jetzt, das ist mir grad erst passiert, das geht total schnell! Paulchen hast du den Lappen schon? Paulchen ist nämlich so ein Fall, der war gestern noch so ein kleines süßes Ding, mit dem ich an-der-Decke-kleben gespielt habe und jetzt… unfassbar … ist er schon ein ausgewachsener Baul… scheisse bin ich schnell alt geworden… jetzt können wir schon zusammen Bier trinken! Wenigstens hat er noch einen kleinen Bruder, aber der ist ja genauso schnell gewachsen, den muss ich mittlerweile fixieren um ihn abzuknutschen – ja Mori, die Oma freut sich schon!

Jeeeeeedenfalls was ich eigentlich sagen wollte: Ich finde es totaaaaaaal super-cool das ich hier grad die Zeit habe diese ganze Baby-Kinder-Action live mitzubekommen und ich liiiiiiiiiebe es als Tante-Mihi unterwegs zu sein und ich hab die alle soooooooo liiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieb das mein Herz dauernd hüpft.

Und ich will euch fressen!

Für Eneas und Lina und Michel und Joni und Feli und Jonas und Martha und die Älteste von allen: Maria die meinen Bus so schön gestaltet hat und mir immer so schöne Bilder malt (siehe Entführungs-Titelbild).

Ach ja: Maul und Poritz, ich will euch natürlich auch immernoch fressen und entführen bzw. euch als Altenpfleger einstellen.

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